Mandy Gnägi


„Das wahre und rechtmässige Ziel der Wissenschaften ist kein anderes, als das menschliche Leben mit neuen Erfindungen und Mitteln zu bereichern“, schreibt Francis Bacon 1620 in seiner Methodenlehre der Wissenschaften, dem Novum organum scientiarum. Bereits einige Jahre zuvor liess er seine Gedanken über die Bedeutung, Stellung und Aufgabe der Wissenschaften innerhalb einer Gesellschaft in seinem unvollendet gebliebenen utopischen Roman The New Atlantis einfliessen. Die naturwissenschaftliche und gesellschaftliche Forschung dient darin nicht nur dem ausgesprochenen Wohl der Menschen, sie trägt insbesondere zu einem harmonischen Gleichgewicht innerhalb des Staates bei. Auch wenn kritische Stimmen das Werk des englischen Philosophen als noch zu wenig phantastisch beurteilen, ist es gerade das Verhaften im Realen, was seine Gedanken aus der Ebene des Nicht-Greifbaren auf die Eben des Greifbaren hebt. In der Bildenden Kunst sind es vor allem die Maler, die den Betrachterinnen und Betrachtern mittels unterschiedlicher künstlerischer Ausdrucksformen Einblicke in andere Welten ermöglichen. K.H. Wagner etablieren mittels ihrer Malerei nicht wie beispielsweise Henri Matisse in Joie de vivre oder Gaugin in einem seiner Südseebilder eine Parallelwelt, die Arkadien gleich die Betrachterinnen und Betrachter für einen Augenblick aus dem unzureichenden Jetzt in ein paradiesisches Neues entführen. Sie praktizieren auch nicht losgelöst von sonstigen gesellschaftlichen Konventionen eine eigene, in sich freie und harmonische Welt, wie es ein Ernst Ludwig Kirchner machte. K.H.Wagner sehen, in Kenntnis der Naturwissenschaften einerseits und in der Überführung der Erkenntnisse in die Kunst andererseits die Chance, einen Impuls zu geben. In und extrinsische Motivationen führen zu einem Konglomerat von Ausdrucksformen, das alle Bereiche der Bildenden Kunst umfasst. Schwerpunkt liegt also nicht auf dem realisierten Kunstwerk, sondern auf der Intention, aus der heraus das Werk entstand und wozu es letztlich beitragen soll. Aus der wissenschaftlich gestützten Forschung konkretisieren sie ein Kunstwerk, das wieder in den Diskurs des Ursprungs rückgeführt wird, um damit in einen Kreislauf der gegenseitigen Impulse zu münden. So wie bei Bacons neuem Staat die Mitglieder der Inselgemeinschaft sagen: „Der Zweck unserer Gründung ist es, die Ursachen und Bewegungen sowie die verborgenen Kräfte in der Natur zu ergründen und die Grenzen der menschlichen Macht soweit wie möglich zu erweitern“, so sehen K.H. Wagner in der Verknüpfung von Wissenschaft und Kunst eine Möglichkeit für ein verändertes Morgen.