Future Research Art


Forschungskunst

K.H.Wagner hat die -FUTURE RESEARCH ART- zur künstlerischen Erforschung der Grundlagen von Zukunft ins Leben gerufen. Thematisches Zentrum der Forschung ist der Mensch in seinem Fortbestehen, was die Entschlüsselung des Menschseins und seiner Basisbedingungen erfordert. Dazu werden unterschiedliche Themen aus verschieden Bereichen durch Projekte inhaltlich erfasst und bearbeitet. Ziel ist die Sicherung einer möglichen, denkbaren Zukunft im Rahmen eines ausgewogenen Weltentwurfs, der die Parameter der Vernunft, der Sinnlichkeit, der Erkenntnis und der Verantwortung neu betrachtet. Es geht um die Frage, ob wir als Menschen aus der Perspektive der Zukunft heraus erkennen, was heute zu tun ist. Die Kunst kann der damit verbunden Komplexität, durch ihren hohen Grad des Allgemeinen im Konkreten, Rechnung tragen.

Die – FUTURE RESEARCH ART – ist Forschungskunst, die die Voraussetzungen notwendiger Zukunftssicherung zum Gegenstand hat. Ausgangspunkt bilden sowohl die eigene Beobachtung als auch Inhalte wissenschaftlicher Quellen. Die future research Forschung ist Grundlagenforschung, die durch die Verbindung von intuitivem und diskursivem Vorgehen eine Ausweitung insbesondere des emotionalen Erkenntnisstandes intendiert. Das metaphorische, modellhafte, experimentelle Arbeiten in der Kunst bietet ein geeignetes Instrumentarium, um die tragenden Elemente menschlicher Entwicklung in Analogien erforschen zu können.

Die von uns geschaffene – FUTURE RESEARCH ART – ist eine Möglichkeit, der Kunst eine neue Bedeutung zu ge- ben. In der Renaissance existierte eine Einheit zwischen Kunst und Wissenschaft. Heute ist die Kunst durch ihre Autonomie ein eigener Bereich, getrennt von der Wissenschaft, und hat so ihre dahingehende besondere Relevanz verloren. Deshalb ist es notwendig, die Kunst wieder unter einem anderen Gesichtspunkt entstehen zu lassen. Forschungskunst bedeutet Anschauungserkenntnis; das Decodieren der Ergebnisse erfolgt über visuell-ästhetische und empirisch erfassbare Strukturen des Kunstwerks. Unsere Konzeption von Kunst erweitert durch einen eigenen neuartigen Brückenschlag zur Wissenschaft die Kompetenz der Kunst zur Hervorbringung von sinnlicher Wahrheit und Erkenntnis. Es ist dieses aktive Bemühen bleibt, die der Wissenschaft nicht das letzte Wort überlassen wollen“ bekommt auf diesem Hintergrund eine andere Bedeutung.

Zum Arbeitssystem der – FUTURE RESEARCH ART – gehören eine ganze Reihe spezieller Instrumente wie die Science-Art-Hybrid-Methode als Forschungsweise, das future research art Center+ als Austauschort, das -future research program- als Arbeitsform, das Bluescreenblau als Symbol für den Perspektivwechsel Zukunft, Infoblätter als jeweilige Projekterläuterung und exchange sets sowie Mobiles Blau als weitere Kommunikationsmittel. (siehe auch Publikation „K.H.Wagner -future research program-“ von 2004, Hrsg. Anka Ziefer / K.H.Wagner) Im Folgenden werden die kontinuierlich weiter ausgestaltete Methodik und das neu definierte future research art Center+ näher beschrieben.



Science-Art-Hybrid-Methode

Mit Hilfe der eigens für die – FUTURE RESEARCH ART – entwickelten Science-Art-Hybrid-Methode werden entsprechende Arbeitsthemen logisch vorbereitet und der Vorgang des visuell-künstlerischen Erkenntnisgewinns befördert. Inspirationen, Ideen und konkrete Projekte entstehen auf der Basis wissenschaftlich technischer Potentiale und der daraus resultierenden Entwicklungsmöglichkeiten menschlichen Daseins. Kunst ist inhaltlich offen und generiert so ein großes kombinatorisches Vermögen. Mit verschiedensten bildkünstlerischen Ausdrucksmitteln, wie u.a. Malerei oder Zeichnung, realisieren wir künstlerische Forschung.

Der Arbeitsprozess beginnt mit dem systematischen Sammeln, Prüfen, Bewerten, Verdichten und Konzentrieren thematischer Schwerpunkte. Im Anschluss erfolgen Entscheidungen diverse Mittel, Formen und Ausdruckskomponenten betreffend. Der weitere Fortgang der Arbeit vollzieht sich über die Anfertigung einer Denk-Projektions-Matrix, einer Art Mind Map, die Gestalt- und Wahrnehmungsgesetze nutzt, um so komplexe Phänomenbeschreibungen zu ermöglichen.

Die Science-Art-Hybrid-Methode ist prozessorientiert: 1. Investigative Themensuche und -verdichtung, fachübergreifende Recherche 2. Visuell-ästhetischer künstlerischer Forschungsprozess, getragen von metaphorischer Konstruktion und freier Imagination 3. Interpretation, Vermittlung und Rückkopplung zu wissenschaftlicher Erkenntnisbildung. Wissenschaftliche und künstlerische Arbeit werden so ansatzweise synchronisiert. Die innovative Kraft wirkt in beide Richtungen, die der Kunst und die der Wissenschaft. Mit der Science-Art-Hybrid-Methode verfolgt K.H.Wagner eine Idee von Kunst, die ihre Grenzen überschreitet, um so zu neuer spezifisch künstlerischer Erkenntnisfähigkeit und Wirkung zu gelangen.


future research art Center+

Das future research art Center+ definiert einen Forschungs- und Informationsraum, einen Ort künstlerisch-wissenschaftlicher Präsenz und Repräsentanz. Mit dem future research art Center+ betreibt K.H.Wagner eine eigenständige Einrichtung, einerseits zur künstlerischen Forschung und andererseits um Ergebnisse und Erkenntnisse jeweils aktuell vorstellen zu können.

Das future research art Center+ gibt darüber hinaus Einblick in den prozesshaften künstlerischen Forschungsvorgang selbst. Es wird über laufende Projekte unter Verwendung von Skizzen, Fotografien, Bildtafeln und weiteren Originalmaterialien informiert. Nicht das Kunstwerk allein steht im Mittelpunkt, sondern ebenso die unterschiedlichen Ar- beitsphasen bildnerischer Forschung.

Ideenstudien und Zwischenergebnisse sind genauso Bestandteil wechselnder Präsentationen wie die visionären Entwürfe selbst. Das future research art Center+ dient weiterhin dem systematischen Ordnen und Dokumentieren der gewonnenen künstlerischen Forschungsergebnisse. Das Plus im Namen steht für eine inhaltliche Vernetzung aller zum jeweiligen Zeitpunkt mit der – FUTURE RESEARCH ART – in Verbindung stehenden Unternehmungen. Über permanente Gesprächsangebote im future research art Center+ wird eine Übersetzer- und Vermittlerfunktion sichergestellt. Das future research art Center+ übernimmt somit Impulsgeber-, Sensor- und Feedbackaufgaben und fungiert in diesem Zusammenhang zusätzlich als Quellensammlung für neue künftige Projekte. K.H.Wagner fördert nicht nur den direkten Dialog zwischen Betrachter und Werk in einer Atmosphäre der Kreativität und Transparenz, sondern schafft auch Freiräume für die bildnerischen Werke selbst und deren immanente Erkenntnis.


K.H.Wagner | 2007