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Das Projekt MII Modellanordnung Museum ist ein Beispiel entwicklungsrelevant gegliederter Struktur, welche unter dem Gesichtspunkt der Findung von Entscheidungen hinsichtlich der Korrelationen von Wertegewichtungen zu veranschaulichen ist. Das Museum als Basis-und Entscheidungsraum für Zukunft ist aufgrund seiner Kompetenz ideeller Wertebewahrung und Wertebildung, zur Bewusstmachung richtigen Verhaltens gegenüber künftigen Generationen, zur Erhaltung eines lebenswerten Lebens aller Menschen hervorgehoben. Das Projekt ist ein Symbol für horizontal und vertikal in wechselseitiger Beeinflussung stehender Bedingungsfaktoren, die für Entscheidungsfindung notwendig sind. Entscheidungen müssen auf der Grundlage von moralischen und ethischen Werten erfolgen, um nachhaltig Zukunft gewährleisten zu können. Wir befinden uns in Bewegung entlang der Zeitachse. Wie erfolgt innerhalb dieser Bewegung eine Richtungskorrektur im Sinne von Lenkung? Wie vollzieht sich Entwicklung? Das MII Projekt findet in fünf zentralen Museen für zeitgenössische Kunst in fünf Ländern statt. Es muss aber nicht zwingend real ausgeführt werden. Das durch diese Projektbeschreibung entfaltete Denkmodell kann durchaus auch für sich stehen, Aussagegestaltung, Lesbarkeit und Wirksamkeit sicherstellend.


Projektkonstellation

Das Projekt MII Modellanordnung Museum ist eine praktische Ausübung und Inanspruchnahme des frp (-future research program-) für die reale Findung gegenwärtiger und zukünftiger Entscheidungen, die auf eine Summe von untersuchten Bereichen in künstlerischer Form zurückgehen. Aus 5 x 2 Projekten je 5 mal Museum in den 3 Bereichen: Basement, Entrance Hall, Direction Office. 3x5M II V II E II W » in Kombination x Varianten 2 x 5 aus 10 Themen x 10 wissenschaftliche Positionen unter Einbeziehung von Austausch-und Rückkopplungsschleifen entsteht ein modellhafter Ausschnitt vom Entwicklungskomplexität (M = Museum, V = Verknüpfungen. E = Entscheidungsprozess, W = Wertebildung).


10 frp-Projektarbeiten

Für die Modellanordnung Museum werden 10 Arbeiten aus 10 -future research program-(frp) Projekten von K.H.. Wagner vorgestellt. In einem Rahmen (Mobiles Blau) sind je zwei Einzelarbeiten aus diesen 10 künstlerischen Projekten präsentiert. Die Mobilen Blaus werden in den Direktionsbereichen der Museen ausgestellt und sind durch die Fotodokumentation in der Entrance Hall visuell zugänglich. In diesen Rahmeninstallationsflächen der Entrance Halls erfolgt darüber hinaus eine Verdichtung/Konzentration der 10 Projekte, da über den Fotoaustausch zwischen den Museen alle Arbeiten einsehbar werden. Die einzelne präsentierte Arbeit jeweils stellvertretend für ein umfangreiches Bild-und Forschungsarchiv. Die 10 künstlerischen, aber wissenschaftlich inhaltlichen Arbeiten stellen Fakten dar, welche praktisch mit dem Wertesystem Museum in direkte Beziehung gebracht werden. Somit werden zusätzliche Vernetzungsansätze in ein mögliches Entwicklungsmodell eingebracht. Die 10 Projekte haben insofern eine entscheidende Funktion, da sie den gebietsübergreifenden und offenen Charakter von Entwicklungsfaktoren versinnbildlichen. Die durch die 10 frp Ergebnisse hineingetragene Vielzahl von möglichen Entwicklungsregelungen wird im M// Projekt durch die 10 Essays der M// Projektbroschüre wieder aufgenommen. Im M// Projekt wird Entwicklung am Beispiel von Museen für zeitgenössische Kunst untersucht, eine Entwicklung, die in diesem Fall auf die Bildung von kulturellen Werten gerichtet ist. Die 10 frp Projekte befassen sich mit Entwicklungsregelungen in weiteren Bereichen. Ist Entwicklung als solche immer mit einer Werteveränderung verbunden? Welchen Charakter können Werte tragen?


Struktur des Mobilen Blau

Auf ein kleines bluescreenblaues gerahmtes 3 : 4 Format (z.B. 60 x 80 cm ) werden von K.H.Wagner Artefakte von zwei künstlerischen Forschungsprojekten aufgebracht. Das format hat die Anmutung einer wissenschaftlichen Präsentation. Jeder dieser Rahmen wird entsprechend wissenschaftlich ordnender Erfassung nummeriert und inhaltlich ausgewiesen. Das Mobile Blau stellt eine beispielhafte Essenz von der Idee künstlerischer Erforschung der Grundlagen realer Zukunft und dem damit verbundenem Weitertragen des Gedankens der Zukunftsverantwortlichkeit dar. Es wird eine ästhetische Transformation wesentlicher Inhalte in künstlerischer Formung angestrebt. Die künstlerischen Forschungsergebnisse bilden Analogien zu wissenschaftlichen Diagrammen, Präparaten, Fundstücken etc. Jede Tafel liefert mit ihren originalen Charakter einen jeweils eigenen Aspekt verantwortlicher Zukunftsbahnung.


Projektbeschreibung

Fünf zentrale Museen in fünf Ländern dienen uns als exklusive Modellanordnung zur Sichtbarmachung von Entscheidungs- und Wertebeziehungen. Bei den Museen handelt es sich um Museen für zeitgenössische Kunst, die eine Berührung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gewährleisten, in denen aus Vergangenem und Gegenwärtigem ein wertvoller Grundstock für Zukunft vorhanden ist. Das jeweilige Museum erhält eine mustergültige Projektanordnung, die symbolisch die Entscheidungs- und Wertesituation darstellt. Entscheidungen sollten auf gesicherten Erkenntnisse basieren, die auf menschliche Wertebeziehungen gestützt sind und in ihrer Konsequenz neue Werteübereinkünfte generieren. Die Projektanordnung wird in fünf Museen gleichzeitig jeweils an einer tragenden Wand des jeweiligen Museumsgebäudes entwickelt, gründend auf gesichertem Fundament, die Gesamtheit des musealen Betriebes einschließlich Ausstellungsräumen und Verwaltung tragend. Wir gehen bei der Projektanordnung davon aus, dass diese tragende Wand das Basement, den Entrance Hall und das Dircetion Office verbindet. Die Installationsanordnung versteht sich als eine innere Klammer, die die Kunstwerke der jeweiligen Museen umschließt und somit einbezieht. Jeder der drei Bereiche erhält eine blaue Fläche mit unterschiedlicher Gestaltung und inhaltlicher Bedeutung. Im Direction Office wird an die tragende Wand ein Mobiles Blau angebracht. Das Mobile Blau enthält je zwei Arbeiten aus verschiedenen künstlerischen Forschungsprojekten von K.H.Wagner. Um die Vielfalt der Probleme, die Breite des Fundamentes künftigen menschenwürdigen Seins, für welches heute Entscheidungen getroffen werden, vorstellbar zu machen, ist es erforderlich eine möglichst weitgefächerte Aufstellung Themen vorzunehmen. Die Idee der Zukünftigkeit der menschlichen Gesellschaft wird gleichsam durch verschiedene Attribute evoziert. So wählt K.H.Wagner stellvertretend insgesamt 10 Projekte aus seinem -future research program-aus. Der Fokus liegt auf der Sichtbarmachung der Verzahnung und Vernetzung der Komponenten von Entwicklung. Eine singuläre Problemlösung ist heute nicht mehr möglich. Ethische Entscheidungen stehen im Mittelpunkt für die Sicherung der Zukunft.

Die rein bildkünstlerische Form des Projektes Modellanordnung Museum arbeitet erkundend und behutsam werden Auskopplungen aus diesen 10 aktuellen oder längerfristigen Projekten dialogisch präsentiert. Gleichermaßen um alle Bereiche und Teilgebiete der Zukunftsentwicklung bemüht, gestaltet sich das Programm von K.H.Wagner. Seine Programmmodule sind Hilfe, Erkenntnis, Veranschaulichung eines Teils des weit größeren Spektrums von Zukunftskonzepten als Entscheidungsgrundlage und Schlußfolgerung. K.H.Wagner liefert Aufmerksamkeits- und Bewusstmachungsinstrumente, weiche sich durch eine einzigartige Erscheinungsform inhaltlich, symbolisch, bildlich einprägen als Beitrag für die Erhaltung menschlicher Zukunftsfähigkeit. K. H.Wagner vertritt ein solides, künstlerisches Forschungsprogramm zur Auseinandersetzung mit den Grundlagen von Zukunft. Im Projekt MII Modellanordnung Museum wird der symbolsprachliche Aufbau im Sinne der zu zeigenden Komplexität durchgeführt. Dort, wo die jeweils tragende Wand mit dem Mobilen Blau im Untergeschoß des jeweiligen Museums auf das Fundament des Gebäudes trifft, wird eine Fläche in der Größe des Mobilen Blau direkt in Bluescreenblau auf die Wand aufgetragen. Sowohl die Blauflächensituation in der Direktion, dem Entscheiderbereich, als auch die an der "Grundlage" des Gebäudes (Basement) wird fotografiert. Diese Fotos werden im Eingangsbereich des jeweiligen Museums angebracht. Darüber hinaus werden diese Fotos auch an die jeweils anderen teilnehmenden Museen verschickt, in denen der Blauflächeneingriff zeitgleich erfolgt. Durch diesen Datenaustausch ist es den Besuchern aller beteiligten Museen möglich, auch die Blauflächensituationen in den jeweils anderen Museen mitzuverfolgen, da diese Fotos neben denen des eignen Hauses in der Entrance Hall als Gruppe platziert werden. Der Gedanke der Vernetzung von Entwicklungsfaktoren verdeutlicht sich. Die Fotos in den Eingangsbereichen werden wiederum fotografiert und unter den beteiligten Museen ausgetauscht und jeweils an den Plätzen zwischen den Fotos von Direktion und Basement platziert, sich ständig vollziehende Rückkopplungen simulierend. Durch die Eingliederung der Besucherraumfotos tritt besonders die Interaktion Entscheider -Bevölkerung ins Blickfeld. Es handelt sich in diesem Fall um eine echte Wechselwirkung, Direktion -Besucher, denn die Besucher entscheiden durchaus über von der Direktion geschaffene Ausstellungsangebote, indem sie diese annehmen, oder sich diesen Ausstellungen gegenüber verweigern. Somit sind alle z.B. über entsprechendes tägliches praktisches Abstimmungsverhalten in der Verantwortung, wenn es um Fragen von Entwicklung geht. Jeder Einzelne ist aufgerufen, genau über seine Interessen und die seiner Nachkommen nachzudenken, Entwicklungen wirklich zu Ende zu denken und dann richtig zu entscheiden. Jeder ist Entscheider und übernimmt mit seinem Verhalten Verantwortung. Das Museum als Demokratiemodell für die Gemeinschaft. Das Projekt kann durch die Verdeutlichung von Entwicklungsstrukturen helfen, positive Impulse für bewusstes Handeln zu setzen. Die Blauflächensituation im Basement will vor allem anhand der Analogie der Gebäudestatik auf die grundlegende Bedeutung heutiger Entscheidung für Zukünftiges verweisen. K.H.Wagner reflektiert darüber hinaus über die Struktur seines Arbeitsprogrammes selbst, welches sich Projekt für Projekt mit den Grundlagen, den Fundamenten von Zukunft beschäftigt.